Jagdblatt April / Mai 2026

Werte Leser,

deutsche Waidgerechtigkeit, ein Begriff, der immer wieder zu hitzigen Diskussionen führt. Was steckt überhaupt hinter diesem Oberbegriff? Laut unserem Bundesjagdgesetz muss die Jagd nach den Grundsätzen deutscher Waidgerechtigkeit ausgeübt werden. Grundsätzlich sind Gesetze so ausgelegt, dass klar schriftlich festgelegt wird, wie zu verfahren ist. Bei der Waidgerechtigkeit ist dies jedoch nicht vollumfänglich der Fall, denn auch Ethik und moralische Pflichten spielen hier eine entscheidende Rolle.

 

Moral und Ethik sind Begriffe aus der Philosophie und beschreiben richtiges oder auch falsches Verhalten, und zwar in Theorie und Praxis. Beides unterliegt einem stetigen Wandel und sorgt für Diskussionsstoff innerhalb verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen. Was gestern noch für viele wie selbstverständlich war, ist heute bzw. morgen vielleicht für Teile der Bevölkerung unmöglich, da es als unmoralisch bzw. unethisch angesehen wird. Kultur, Tradition, aber auch Religion prägen das moralische Verständnis unserer Gesellschaft. Durch Verstädterung und größer werdenden Abstand zur Natur entstehen immer größere Probleme, wenn es darum geht, unser Tun als Jäger verständlich zu machen. Wir sind überzeugt davon, dass dies nur durch Transparenz möglich ist.

 

Genau hier besteht aber auch eine große Gefahr. Öffentliches Fehlverhalten Einzelner führt durch die Macht der Medien schnell zu Hetzkampagnen innerhalb der nichtjagenden Bevölkerung, der Jagdgegner, aber auch der Jägerschaft.

 

Im Artikel „Deutsche Waidgerechtigkeit“ gehen wir auf Leitlinien und unser Verständnis des Begriffes ein.