Deichschutz durch Fallenjagd

Die letzten Wochen im Dezember 2023 und Januar 2024 waren insbesondere in Niedersachsen geprägt vom Hochwasser, welches unter anderem durch erhebliche Niederschläge ausgelöst wurde.

 

Der zunächst winterliche Start Anfang Dezember 2023 endete mit einem der nassesten Monate laut Aufzeichnungen des DWD seit 1881. Es fielen 63 % mehr Niederschlag als im Mittel. Zudem drückte der Nordwest-Sturm das Wasser gegen die Küsten, so dass sich an den Mündungen bereits das Wasser staute.

 

Es fielen 155l/m² auf der Fläche, teilweise in den Mittelgebirgen bis zu 385l/m². Das Hochwasser erreichte in vielen Teilen Niedersachsens, wie auch in anderen nördlichen Bundesländern, Höchststände, die vielerorts zu Deichbrüchen und massiven Überschwemmungen führten.

 

Wie wichtig der Deichschutz in einer solchen Situation ist, haben die Bilder in den Medien eindrucksvoll und gleichzeitig besorgniserregend aufgezeigt. Wenn ganze Ortsteile evakuiert werden müssen, um Gefahren für die Menschen auszuschließen, sind dies deutliche Zeichen, um für die Zukunft noch mehr in den Deichschutz zu investieren.

Hierbei spielt die Jagd, insbesondere die Fangjagd, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Bisam und Nutria, die sich als invasive Arten in den vergangenen Jahrzehnten enorm vermehrt haben, sind Verursacher von Deichschäden. Ihre Grabtätigkeit an den Ufern führt zwangsläufig zu kritischen Situationen, kommt es zu der beschriebenen Hochwassersituation.

 

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Nutriapopulationen sind vom Gesetzgeber vorgegeben. Die Bauten der Nutria gefährden die Deiche und Gewässerböschungen maßgeblich. Auch ohne das Hochwasser führen Uferabbrüche durch die Grabtätigkeit der Nager zu Gefahren, insbesondere bei der Unterhaltung der Deichzonen durch Maschinen. Die Zuständigkeit der nachhaltigen Bejagung liegt bei den Jagdbehörden, nicht bei den Gewässerverbänden. Anders sieht es bei der Eindämmung des Bisam aus. Dieser unterliegt nicht dem Jagdrecht und wird sowohl von amtlich bestellten Bisam-Fängern als auch von Jägern (mit einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung der Behörden) bejagt.

 

Die Schäden sind - ähnlich wie beim Nutria - durch die enorme Wühltätigkeit bedingt.

Die Kosten für die Instandhaltung der Deiche und Uferbereiche betragen Millionen, die, wie an dem Hochwasser erkennbar wurde, nicht ausreichen.

Unbestritten ist, dass die Schäden durch beide invasiven Arten sowohl eine Bedrohung der Deiche als auch der Uferzonen darstellen.

Der Einsatz der Fallenjagd zeigt hier, wie wirkungsvoll die nachhaltige Bejagung umgesetzt werden kann.

Die Schäden sind insbesondere durch Nutria bereits im Sommer zu erkennen. Je wärmer es wird desto aktiver sind die Nager. Die Bauten liegen oft über der gewöhnlichen Wasserlinie und sind auch für den ungeübten Betrachter leicht zu finden. Wenn zudem Schäden an Uferpflanzen oder auch an angrenzenden Felder zu beobachten sind, sollte umgehend mit der Bejagung begonnen werden. Werden die Arten im Revier geduldet, kommt es zu einer enormen Verbreitung, insbesondere der Nutria. 

 

Aus der Erfahrung über die Jahre zeigt sich, dass eine zunächst installierte Wildkamera an einer Futterstelle (mit Mais, Äpfeln oder Möhren) Aufschluss über das tatsächliche Vorkommen geben kann. Eine Wärmebildkamera zeigt zudem sicher und effizient auf, was an den Gewässern an Spezies vorhanden ist.

 

Von der Bejagung ausschließlich mit der Waffe wird abgeraten, da sich Kolonien bei Störungen in andere Revierbereiche zurückziehen und gegebenenfalls abwandern.

 

Transportable Fallen, die mit Äpfeln bestückt werden, fangen innerhalb weniger Tage komplette Familienverbände ab.

Wie auf den Bildern zu sehen, kann es zu Überschwemmungen der Standort kommen. Die Fallen werden, wenn möglich, auf höhere Standorte verlegt. Die Nutria folgen dem Köder ohne Probleme.

 

Zielführend bei der Bejagung und Eindämmung der Arten ist zwingend die Zusammenarbeit mit den Unterhaltungsverbänden, den zuständigen Behörden und den Landwirten.

 

Die Beweidung der Deiche durch Schafe ist ein Kriterium, um den notwendigen Halt der Deiche zu gewährleisten. Zwischen den Landwirten und Jägern gibt es keinerlei Berührungsängste, nachhaltig die Gefahren für die Allgemeinheit abzuwehren.

Unstrittig ist, dass der Schutz der Deiche eine Aufgabe ist, die nicht von den Verbänden allein getragen werden kann. Die prekäre Situation durch das Hochwassers hat beängstigend aufgezeigt, wie notwendig die Zusammenarbeit der einzelnen Funktionsträger ist. Wühlschäden durch Bisam und Nutria müssen in Zukunft deutlich abnehmen, um Gefahrensituationen für die Bevölkerung abzuwehren. 


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