Wann hört das auf?
Es ist kaum zu ertragen, die Nachrichten über Jagdunfälle zu lesen. Menschen verlieren wiederholt ihr Leben aufgrund von Unachtsamkeit beim Umgang mit der Jagdwaffe. Ein junger Mann bei der Jagd auf Krähen, der Freund auf dem benachbarten Hochsitz, ein Mitjäger ebenfalls auf dem gegenüberliegenden Hochsitz. Es gibt leider noch weitere Fälle… Auch völlig Unbeteiligte kommen zu Schaden. Eine Frau wird beim Spaziergang mit der Büchse angeschossen, eine andere Unbeteiligte durch Schrot im Gesicht verletzt. Leider gibt es auch hier weitere Beispiele. Das Leid bei allen Beteiligten muss riesig sein. Einen Menschen zu verlieren durch Unachtsamkeit anderer, einen Menschen zu töten aus Fahrlässigkeit: Schlimmer kann es nicht kommen. Ja, natürlich, Unfälle wird es immer geben. ABER schaut man sich die Fälle an, so wird jedem klar, dass einige Unglücke durch Einhalten der geltenden Sicherheitsbestimmungen hätten vermieden werden können.
Ist es zu viel verlangt, die Waffe nur auf zuvor eindeutig angesprochenes Wild zu richten? Ist es zu viel verlangt, die Waffe erst zu laden, nachdem ich meinen Platz eingenommen habe? Hielte man sich an die simpelsten Vorschriften beim Umgang mit Waffe und Munition, wären einige der schrecklichen Unfälle der letzten Zeit nicht passiert. Dies klingt nicht nur einfach, es ist einfach! Oft wird behauptet, es seien die „alten Säcke im Lodenmantel, welche kaum noch gucken können“, aber es hat den Anschein, dass die Unglücke zunehmend auch jüngeren, unerfahrenen Jägern passieren. Fehlt es an Praxisstunden auf dem Schießstand während der Ausbildung bzw. auch nach dem Erlangen des Jagdscheins? Überfordert die fortschreitende Technisierung die Schützen?
Wir müssen uns diesen Fragen stellen und schnell Antworten liefern. In erster Linie natürlich, um in Zukunft weitere furchtbare Tragödien zu verhindern, aber auch, um auch morgen noch jagen zu dürfen. Die Kritik in der nichtjagenden Bevölkerung wird lauter und in diesen Fällen zu Recht. Über Art und Weise der vorgebrachten Kritik könnten wir allerdings ebenfalls diskutieren, denn es ist abscheulich, wie empathielos in den sozialen Medien mit Opfern, Angehörigen und Verursachern umgegangen wird.
